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Wissensbeitrag · Hotelmarketing

Marketing für Hotel: 6 Schritte zu mehr Direktbuchungen.

Fast jede dritte Übernachtung in Deutschland läuft über ein Buchungsportal. Wie Sie einen Teil davon zurück auf die eigene Website holen, in welcher Reihenfolge und was das in Euro bedeutet.

Von Moritz Rohde, vollbelegt. 8 Min. Lesezeit
Hand drückt die Klingel an einer Hotelrezeption.
Foto: Mikhail Nilov / Pexels

Kernaussagen

  • Marketing für Hotels hat ein Hauptziel: mehr Buchungen, an denen kein Portal mitverdient.
  • In Deutschland kamen zuletzt 31,2 Prozent aller Übernachtungen über Buchungsportale, bei 15 bis 25 Prozent Provision pro Buchung.
  • Die Reihenfolge entscheidet: erst Website und Buchungsmaschine, dann Google, dann Bilder, dann Stammgäste, zuletzt Social Media und Anzeigen.
  • Seit 2021 dürfen Hotels in Deutschland auf der eigenen Website günstiger sein als auf Booking.com. Viele nutzen das nicht.
  • Wer fast jede Nacht ausgebucht ist und mit dem Portalanteil leben kann, braucht keine Agentur, sondern eher höhere Preise.

1. Was Marketing für Hotels leisten muss

Marketing für ein Hotel beantwortet eine einzige Frage: Wie kommen mehr Gäste zu Ihnen, ohne dass jemand anderes an jeder Nacht mitverdient? Reichweite, Follower und Markenbekanntheit zählen nur, soweit sie auf diese Frage einzahlen.

Die Ausgangslage ist eindeutig. Laut der Distributionsstudie von HOTREC, veröffentlicht vom Hotelverband Deutschland (IHA), liefen in Deutschland 31,2 Prozent aller Übernachtungen über Online-Buchungsportale. Für jede dieser Buchungen gehen je nach Vertrag 15 bis 25 Prozent Provision ab.

Ein Rechenbeispiel:

  • Ein Haus mit 6.250 Übernachtungen im Jahr und dem deutschen Durchschnitt von 31,2 Prozent hat 1.950 Portal-Nächte.
  • Bei 110 Euro pro Nacht sind das 214.500 Euro Umsatz über Portale.
  • Bei 18 Prozent Provision gehen davon 38.610 Euro im Jahr an das Portal.
  • Kommt jede fünfte dieser Nächte künftig direkt, also 390 Nächte, bleiben 7.722 Euro im Haus.

Wichtig dabei: Portale sind nicht der Feind. Sie bringen Gäste, die Sie allein nie erreichen würden, vor allem aus dem Ausland und beim ersten Besuch. Das Ziel ist nicht null Prozent, sondern ein Anteil, den Sie selbst steuern.

2. Schritt 1: Wissen, wer bei Ihnen übernachtet

Ein Stadthotel hat unter der Woche Geschäftsreisende, am Wochenende Paare und im Sommer Familien. Alle drei suchen anders, buchen mit anderem Vorlauf und reagieren auf andere Bilder. Marketing, das alle gleichzeitig ansprechen will, erreicht am Ende keinen.

Die gute Nachricht: Die Antworten liegen schon in Ihrem Hotelprogramm. Dafür brauchen Sie keinen Persona-Workshop mit Flipchart und Kaffeepause, sondern fünf Auswertungen:

  • Herkunft der Gäste: Stadt, Region, Land.
  • Aufenthaltsdauer nach Wochentag und Saison.
  • Buchungsvorlauf: Wie viele Tage vor Anreise wird gebucht?
  • Buchungskanal: direkt, Telefon, Portal, Firmenkunde.
  • Wiederkehrrate: Wer war schon einmal da?

Wer weiß, dass seine Wochenendgäste aus 150 Kilometern Umkreis kommen und drei Wochen vorher buchen, weiß auch, wann und wo die Werbung laufen muss.

Laptop, Kreditkarten, Brille und Reisemagazin auf einem Tisch bei der Reiseplanung.
Foto: Leeloo The First / Pexels

3. Schritt 2: Website und Buchungsmaschine zuerst

Jede Maßnahme in diesem Beitrag endet auf Ihrer Website. Hakt die Buchung dort, bezahlen Sie Werbung dafür, dass Gäste zurück zu Booking.com gehen und dort buchen. Das ist die teuerste Form von Marketing, die es gibt.

Was die Buchungsstrecke können muss:

  • Verfügbarkeit und Preis in höchstens drei Klicks, auch auf dem Smartphone.
  • Der Endpreis inklusive aller Gebühren steht sofort da, nicht erst im letzten Schritt.
  • Keine Pflichtfelder, die für die Buchung nicht gebraucht werden.
  • Ein sichtbarer Vorteil für Direktbucher: bester Preis, Frühstück inklusive, später Check-out oder freies Parken.

Zum letzten Punkt: Der Bundesgerichtshof hat im Mai 2021 die engen Bestpreisklauseln von Booking.com gekippt. Hotels in Deutschland dürfen auf der eigenen Website also günstiger sein als im Portal. Ein paar Euro Unterschied reichen, wenn sie gut sichtbar sind.

Ein einfacher Test: Buchen Sie einmal im Monat ein Zimmer im eigenen Haus, am Handy, im Zug mit schlechtem Netz. Was Sie dabei nervt, nervt Ihre Gäste auch. Die schreiben es Ihnen nur nicht, sondern buchen woanders.

4. Schritt 3: Google-Profil und kostenlose Buchungslinks

Viele Gäste suchen ihr Hotel nicht im Portal, sondern bei Google oder in Google Maps. Dort steht Ihr Google-Unternehmensprofil, und das sollte vollständig sein: richtige Kategorie, alle Ausstattungsmerkmale, aktuelle Fotos, eine Antwort auf jede Bewertung. Die Grundregeln sind dieselben wie in der Gastronomie, ausführlich beschrieben im Beitrag zum lokalen Google-Marketing.

Der Punkt, den die meisten Häuser übersehen: Google zeigt neben den bezahlten Hotelanzeigen seit 2021 auch kostenlose Buchungslinks. Ihr eigener Preis kann dort direkt neben Booking.com und Expedia stehen, ohne Klickkosten. Voraussetzung sind ein Unternehmensprofil und Preisdaten, die meist über die Buchungsmaschine oder den Channel Manager an Google gehen. Welche Anbieter das können, steht in der Liste der Google-Konnektivitätspartner.

Für Sie heißt das: eine E-Mail an Ihren Softwareanbieter mit der Frage, ob die Anbindung aktiv ist. Kostet nichts und dauert fünf Minuten.

Helles, modern eingerichtetes Hotelzimmer mit Doppelbett und Tageslicht.
Foto: Đậu Photograph / Pexels

5. Schritt 4: Bilder, die das Haus verkaufen

Gäste können ein Zimmer vor der Buchung nicht betreten. Sie sehen nur Fotos. Ob sie bei Ihnen buchen oder beim Haus nebenan, entscheidet sich deshalb in den ersten Bildern auf Google, im Portal und auf der Website.

Eine Meinung mit Zahl: Wer im Rechenbeispiel oben 38.610 Euro Provision im Jahr zahlt, aber seit Jahren dieselben dunklen Zimmerfotos zeigt, spart an der falschen Stelle. Ein Fototag kostet zwischen 600 und 1.500 Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was Sie jedes Jahr an Provision zahlen.

Was auf die Liste gehört:

  • Jede Zimmerkategorie bei Tageslicht, mit Bad und Blick aus dem Fenster.
  • Frühstück und Restaurant, weil Gäste dort sehen, wie es sich anfühlt, bei Ihnen zu sein.
  • Außenansicht bei Tag und am Abend, damit man das Haus bei der Anreise wiedererkennt.
  • Lobby, Spa, Tagungsräume, Team und Umgebung.

Weitwinkel mit 14 Millimetern lässt ein Zimmer größer wirken, als es ist. Die Enttäuschung beim Check-in landet dann in der Bewertung. Worauf es bei Fotos von Speisen und Frühstück ankommt, steht im Beitrag zum Food Fotografen.

Frühstücksbuffet mit frischen Croissants und Brotkörben in einem Hotel.
Foto: Novkov Visuals / Pexels

6. Schritt 5: Stammgäste vor Neukunden

Ein Gast, der einmal über ein Portal kam, muss beim zweiten Mal nicht wieder über das Portal kommen. Er steht jetzt in Ihrem System. Die meisten Häuser machen aus diesem Kontakt nichts.

Jeder Gast, der beim nächsten Besuch direkt bucht statt über das Portal, spart bei zwei Nächten à 110 Euro und 18 Prozent Provision 39,60 Euro. Bei hundert Gästen im Jahr sind das 3.960 Euro, ohne einen Euro für Werbung.

So geht es:

  • Beim Check-in die Einwilligung für E-Mails einholen, freundlich und mit Grund. Ohne Einwilligung keine Werbe-E-Mail, das verlangt die DSGVO.
  • Nach der Abreise ein kurzer Dank mit der Bitte um eine Bewertung.
  • Zwei bis vier E-Mails im Jahr mit einem Anlass: Saison, Event in der Stadt, Direktbucher-Vorteil.
  • Firmenkunden mit eigener Rate und festem Ansprechpartner pflegen.

Hat Ihr Haus ein Restaurant, gilt dasselbe für Gäste aus der Umgebung. Wie man dort an den schwachen Abenden ansetzt, steht im Beitrag zu Restaurant Umsatz steigern.

Hotelgast im Bademantel schaut im Hotelzimmer auf das Smartphone.
Foto: Anastasia Ilina-Makarova / Pexels

7. Schritt 6: Instagram, Facebook und Anzeigen

Social Media kommt erst jetzt, weil es auf allem davor aufbaut. Instagram für Hotels ist ein Schaufenster, kein Buchungskanal. Dort entscheiden Gäste, welches Haus sie sich genauer ansehen. Gebucht wird danach auf der Website oder eben im Portal, je nachdem, wo es einfacher ist.

  • Instagram: kurze Videos vom Zimmer, vom Blick am Morgen, vom Frühstück und von der Umgebung. Dazu das Team, weil Menschen Menschen folgen, nicht Kopfkissen.
  • Facebook für Hotels: Veranstaltungen, Feiern, Tagungen und Gäste aus der Region. Die Zielgruppe ist älter und bucht öfter direkt.
  • Bezahlte Werbung für Hotels, also Google-Hotelanzeigen, Metasuche und Social Ads, erst dann, wenn die Website zuverlässig bucht.

Für Anzeigen gilt eine einfache Regel: Eine Direktbuchung über Werbung darf weniger kosten als die Provision, die Sie sonst zahlen würden. Bei 110 Euro pro Nacht und 18 Prozent sind das 19,80 Euro pro Nacht. Kostet die Anzeige mehr, ist das Portal das günstigere Marketing.

Wer Bilder, Instagram und Google lieber abgibt, findet unter Online Marketing für Hotellerie, wie wir das für Hotels machen.

8. Wann Sie kein Hotelmarketing brauchen

Drei Situationen, in denen Sie Ihr Geld woanders besser einsetzen:

  • Ihr Haus ist fast jede Nacht ausgebucht und Sie können mit dem Portalanteil leben. Dann haben Sie kein Marketingproblem. Sie haben eher ein Preisproblem, nämlich einen zu niedrigen.
  • Ihre Bewertungen klagen über dieselben Punkte: Lärm, Sauberkeit, Frühstück. Mehr Gäste lesen dann nur mehr von diesen Bewertungen. Erst das Haus, dann die Werbung.
  • Ihre Website hat keine Buchungsmaschine. Dann gehört das erste Budget genau dorthin, nicht in eine Agentur.

Das sagen wir auch im Erstgespräch. Lieber ein ehrliches Nein als ein Auftrag, der Ihnen nichts bringt.

9. Häufige Fragen

Was gehört zum Marketing für ein Hotel?

Alles, was Gäste dazu bringt, bei Ihnen zu buchen, am besten direkt: die eigene Website mit Buchungsmaschine, das Google-Unternehmensprofil, gute Bilder, E-Mails an frühere Gäste, Social Media und bezahlte Anzeigen. In genau dieser Reihenfolge, weil jede Stufe auf der vorherigen aufbaut.

Wie bekommt ein Hotel mehr Direktbuchungen?

Mit einer Buchungsstrecke, die auf dem Smartphone in drei Klicks funktioniert, und einem klaren Vorteil für Direktbucher. Dazu kommen die kostenlosen Buchungslinks bei Google und E-Mails an Gäste, die schon einmal da waren. Erst danach lohnt sich bezahlte Werbung.

Wie viel Provision zahlen Hotels an Buchungsportale?

Je nach Portal, Vertrag und gebuchtem Sichtbarkeitsprogramm meist zwischen 15 und 25 Prozent pro Buchung. Bei 110 Euro pro Nacht und 18 Prozent sind das 19,80 Euro, die jede Nacht an das Portal gehen.

Darf mein Hotel auf der eigenen Website günstiger sein als auf Booking.com?

Ja. Der Bundesgerichtshof hat im Mai 2021 die sogenannten engen Bestpreisklauseln von Booking.com für unzulässig erklärt. Hotels in Deutschland dürfen auf der eigenen Website also einen besseren Preis anbieten. Viele tun es trotzdem nicht.

Lohnt sich Instagram für Hotels?

Ja, wenn Sie es als Schaufenster verstehen und nicht als Buchungskanal. Auf Instagram entscheiden Gäste, welches Haus sie sich genauer ansehen. Gebucht wird danach auf der Website oder im Portal. Wer dort nur Stockfotos postet, kann es lassen.

Wie viel Budget sollte ein Hotel für Marketing einplanen?

Rechnen Sie von der Provision rückwärts. Jede Maßnahme darf pro gewonnener Direktbuchung weniger kosten als das, was Sie sonst ans Portal zahlen würden. Im Rechenbeispiel in diesem Beitrag stehen 7.722 Euro im Jahr zur Verfügung, wenn jede fünfte Portalbuchung direkt kommt.

Vollbelegt. Punkt.

Mehr Direktbuchungen.
Weniger Provision.

Wir zeigen Ihr Haus so, wie Gäste es erleben: mit eigenem Foto- und Videocontent, einem gepflegten Google-Profil und Social Media, das auf die eigene Buchungsseite führt statt ins Portal. Kostenlose Analyse Ihres aktuellen Auftritts mit konkreten Empfehlungen. Antwort innerhalb von 24 Stunden.

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